«Profital ist keine Konkurrenz»

Ein Jahr Profital: Geschäftsführer Raphael Thommen erklärt, wie sich die Prospekte-App im ersten Jahr entwickelt hat.

03.12.2018
Text: Manuela Hess
  • Raphael Thommen, Geschäftsführer von Profital

    Raphael Thommen, Geschäftsführer von Profital

  • Das bietet die App: Kataloge online anschauen.

    Das bietet die App: Kataloge online anschauen.

Profital, das ist die Prospekte-App des gleichnamigen Start-ups der Post-Tochter Direct Mail Company. Sie feierte im November ihr einjähriges Jubiläum. Pünktlich zum Geburtstag gewann die App an den «Best of Swiss Apps»-Awards in der Kategorie Campaigns Silber. Geschäftsführer Raphael Thommen erklärt, wie sich Profital im ersten Jahr entwickelt hat und warum die Post von digitalen Prospekten profitiert.

Im ersten Jahr wurden mehr als 14 Millionen Prospekte auf Profital gelesen, insgesamt haben Sie über 250 000 aktive User. Entspricht das den Erwartungen?

Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Wir haben nicht damit gerechnet, dass sich Profital so schnell am Schweizer Markt etabliert. Wir sind praktisch seit Start dauerhaft in den Top 15 der Schweizer Shopping-Apps vertreten, zu denen auch internationale Giganten wie Zalando und die Schweizer Platzhirsche Migros und Coop zählen.

Profital stellt Prospekte digital zur Verfügung. Warum sollten Geschäftskunden auf diese Lösung setzen?

Geschäftskunden entscheiden sich nicht zwischen digitaler und physischer Werbung, sondern profitieren von den Vorteilen der Kombination beider Kanäle. Profital bietet Händlern in Ergänzung zur physischen PromoPost die Möglichkeit, ihre Reichweite auszubauen und eine andere Zielgruppe anzusprechen.

Gefährdet dies nicht das Geschäft mit physischen Werbesendungen?

Nein, keinesfalls. Profital dient als Ergänzung zur PromoPost und digitale Weiterentwicklung, nicht als Konkurrenz. Die App wird mehrheitlich von jüngeren Leuten genutzt, die hauptsächlich in Städten wohnen – genau dort, wo der Stopp-Kleber-Anteil überdurchschnittlich hoch ist. Dass Profital gut als Ergänzung funktioniert, haben auch unsere Auswertungen gezeigt: Ein Grossteil der Nutzer, die Prospekte auf Profital lesen, erhalten den Prospekt nicht physisch zugestellt, haben einen Stopp-Kleber oder bevorzugen digitale Informationskanäle. Die Zielgruppen sind somit nicht die gleichen, sondern ergänzen sich gegenseitig. Die übrigen Konsumenten wollen sowohl physische als auch digitale Prospekte – sie sind also «hybrid» unterwegs. Auch ich gehöre zu dieser Gruppe: Zu Hause am Küchentisch schaue ich mir die physischen Prospekte an. Ich bin allerdings viel unterwegs, weshalb ich dann Profital nutze, um mich über Angebote zu informieren.

Inwiefern profitiert die Post von Profital?

Mit Profital kann die Post die Bedeutung des Prospekts als Werbemedium auch in Zukunft stärken und ihre Position als führende Anbieterin bei der Zustellung von Werbesendungen festigen. Neben der Stärkung von PromoPost profitiert die Post auch finanziell: Die Profital-App ist zwar für die Nutzer kostenlos, die Geschäftskunden zahlen allerdings pro gelesenen Prospekt.

Über Profital

Mit der Profital-App und über profital.ch können Nutzer einfach und übersichtlich auf aktuelle Prospekte und Aktionen von Geschäften in ihrer Umgebung zugreifen. Profital gehört zum ergänzenden Geschäftsfeld «Cross-Channel Communication», das 2017 im Zuge der neuen PostMail-Strategie lanciert wurde. Ziel ist es, neue digitale Werbekanäle zu entwickeln, die das Kerngeschäft (Briefe, Kleinwaren und Werbesendungen) ergänzen und das Angebot von PostMail als Ganzes stärken.