Härtetest für E-Voting

2019 soll das E-Voting-System der Post auf Herz und Nieren geprüft werden. IT-Spezialisten weltweit sind dazu aufgerufen, an einem Härtetest, einem sogenannten Public Intrusion Test (PIT), teilzunehmen und zu versuchen, das System zu hacken.

11.12.2018
Text: Lea Freiburghaus

Abstimmen per Computer bequem und von zu Hause aus

Über Vorlagen des Bundes können in der Schweiz mehr als 5,3 Millionen Stimmberechtigte abstimmen. Rund 213 000 von ihnen dürfen ihre Stimme per Computer abgeben: E-Voting ist mittlerweile neben dem Brief und der Urne in zehn Kantonen als dritter Stimmkanal zugelassen. In den Kantonen Neuenburg, Thurgau und Freiburg wird das System der Post eingesetzt. Weitere Kantone wie Glarus und Graubünden wollen es künftig einsetzen.

Gewollt unter Beschuss

Der Bundesrat hat sehr hohe Sicherheitsanforderungen für E-Voting-Systeme definiert. Die Bundeskanzlei hat deshalb unlängst angekündigt, dass sie das E-Voting-System der Post 2019 einem vierwöchigen Härtetest unterziehen will, einem Public Intrusion Test (PIT). Dabei suchen Hacker aus der ganzen Welt – ohne Repressalien befürchten zu müssen – nach Schwachstellen im System und melden diese der Post. «Der Härtetest soll Vertrauen für E-Voting in der Gesellschaft schaffen», meint Denis Morel, Leiter E-Voting Post. «Gleichzeitig können wir dank der Meldungen der IT-Spezialisten die Sicherheit des Systems noch weiter verbessern.»