Fleissiger Nachtarbeiter im Paketzentrum Daillens

Seit elf Jahren arbeitet Pierre-Alain Auberson nachts im Paketzentrum Daillens, während alle anderen schlafen. In Daillens ist nachts mehr los als am Tag, denn die meisten Pakete werden in der Nacht aus den Filialen angeliefert. Wir haben mit dem nachtaktiven Logistiker gesprochen.

15.11.2018
Text: Corinne Tschanz; Fotos: Daniel Shea

Dank Nachtmenschen wie Pierre-Alain Auberson kann die Post sicherstellen, dass die vielen PostPac-Priority-Sendungen auch tatsächlich am nächsten Tag eintreffen.

«Wenn ich nachts um 3 oder 3.30 Uhr nach Hause komme, steht meine Partnerin auf und macht mir etwas zu Essen», strahlt Pierre-Alain Auberson. Er, der soeben 47 wurde, weiss sein Glück zu schätzen. Seit 2007 übernimmt er die Nachtschichten im Paketzentrum in Daillens. Und um nichts in der Welt würde er tagsüber arbeiten wollen. «Ich stehe gegen Mittag auf und habe dann Zeit für all die Dinge, die man sonst samstags im Stress erledigen muss, wie z. B. gärtnern, den Abfall entsorgen, einkaufen, ohne dass die Geschäfte überfüllt sind», erklärt Pierre-Alain Auberson. Seine Leidenschaft sind jedoch Flohmärkte: «Ich werde oft angerufen, wenn Leute umziehen oder Sachen entsorgen wollen. Ich hole die Ware dann ab und verkaufe sie an Ständen in den Dörfern.»

Seine Laufbahn bei der Post begann vor ziemlich genau 30 Jahren, am 8.8.1988 um genau zu sein, und seither hat er einiges gesehen. Er absolvierte seine Lehre in Le Sentier und arbeitete anschliessend in Lausanne und Freiburg, bevor er 2007 seine Stelle im Paketzentrum Daillens antrat. Jede Nacht stehen dort 80 bis 100 Personen für die Kunden im Einsatz, damit die Pakete rechtzeitig zugestellt werden. «Ich fange zwischen 17 und 18 Uhr an und bin ca. um 2.30 Uhr fertig. Um 21 Uhr haben wir 50 Minuten Pause fürs Abendessen in der Cafeteria.» Auf die Frage, ob das Essen dort gut sei, antwortet er schmunzelnd, dass nichts über das Essen geht, das seine Lebenspartnerin für ihn kocht: Er könne um 3 Uhr morgens problemlos den typischen Waadtländer Eintopf Papet Vaudois oder einen im Ofen gebackenen Mont d'Or verdrücken. Auch ein kleines Raclette sei kein Problem.

Und wie stehts mit Ferien? Sein Motto lautet: Häufig wegfahren, aber nicht sehr weit. «Ich fahre gern ins Wallis und ins Graubünden.» Und seine Freunde? «Das ist kein Problem, die sehe ich am Wochenende.» Ob er denn auf Sachen, die ihm wichtig sind, verzichten muss, seit er nachts arbeitet? «Die Fussballspiele der WM, aber es gibt ja die Wiederholungen.»

Seit er wegen seines Auftritts in der aktuellen Kampagne der Post im Rampenlicht steht, ziehen ihn die Kolleginnen und Kollegen gerne damit auf: «Sie sagen, ich sei ein Star, und bitten mich um Autogramme!» Zum Glück hat ihn bisher noch niemand in der Öffentlichkeit erkannt – und ginge es nach ihm, darf es auch so bleiben.

Entdecken Sie weitere Geschichten!

Mitarbeitende geben Einblick in ihre alltägliche Arbeit und wie sie für die Menschen der Schweiz da sind.

post.ch/fuer-alle