Technik für die Zukunft

PostMail hat vor zehn Jahren das Projekt Reengineering Mailprocessing (REMA) erfolgreich umgesetzt – auch dank Partnern wie Siemens. Michael Reichle, CEO der Siemens Postal, Parcel & Airport Logistics GmbH (SPPAL) über die Bedeutung von REMA und die Herausforderungen des technologischen Wandels in der Brief- und Paketsortierung.

25.09.2018
Interview: Kommunikation SPPAL; Fotos: Adrian Moser, zVg
  • Michael Reichle, CEO der Siemens Postal, Parcel & Airport Logistics GmbH (SPPAL)

    Michael Reichle, CEO der Siemens Postal, Parcel & Airport Logistics GmbH (SPPAL)

  • Im Briefzentrum in Härkingen stehen die Maschinen nie still.

    Im Briefzentrum in Härkingen stehen die Maschinen nie still.

Wie schätzen Sie das Projekt REMA und den damit einhergehenden Fortschritt ein?

Für uns als SPPAL war REMA eine sehr interessante Aufgabe, bei der wir unser weitreichendes Know-how und unsere jahrzehntelange Expertenerfahrung einbringen konnten. Gleichzeitig haben wir erlebt, dass die Schweizerische Post ein grosses Interesse an technologischem Fortschritt hat. Die bei REMA eingebaute Siemens-Technologie zählt dabei zu den modernsten in der Branche. Eine Besonderheit des Projekts war die schnelle Umsetzung im laufenden Betrieb, sozusagen ein Eingriff am offenen Herzen. Dies konnte nicht zuletzt dank der engen Miteinbeziehung und des Engagements der Mitarbeitenden der Schweizerischen Post gelingen.

Wie beurteilen Sie die technologische Entwicklung der Briefverarbeitung der Schweizerischen Post in den letzten zehn Jahren bis heute?

Prozesse wurden immer weiter optimiert und Logistiksysteme fortlaufend auf den neuesten Stand gebracht, während die Dienstleistungen und Produkte der Schweizerischen Post ständig an die Bedürfnisse und Wünsche der Endkunden angepasst wurden. «Time to Market» ist hier das Stichwort: Die enge Zusammenarbeit zwischen SPPAL und der Schweizerischen Post ermöglichte das zeitnahe Entwickeln und Implementieren massgeschneiderter, intelligenter Lösungen. Auch wir als SPPAL sind mit diesem Projekt gewachsen.

Was zeichnet die Briefverarbeitung der Schweizerischen Post aus Ihrer Sicht heute aus? Wie ist sie im weltweiten Vergleich einzuordnen?

Im weltweiten Vergleich ist das automatische Zwischenlagern im Briefzentrum Zürich-Mülligen, das durch hochmoderne Sortieranlagen und vollintegrierte Softwarelösungen von Siemens ermöglicht wird, einmalig. Mit dem fortlaufenden Optimieren von Prozessen über die letzten Jahre ist die Schweizerische Post an vorderster Front in Sachen Effizienz und Zuverlässigkeit.

Wie sehen Sie persönlich die Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Post und deren Prozesse, Anlagen und Technologie?

Die Professionalität und das grosse Engagement der Mitarbeitenden der Schweizerischen Post und die sehr gute und konstruktive Arbeitsatmosphäre begeistern mich immer wieder. Die Schweizerische Post zeichnet sich durch einen hohen Automatisierungsgrad und das Bestreben der ständigen Prozessoptimierung aus. Wir freuen uns, an ihrer Seite ein wesentlicher Teil dieser zukunftsorientierten Weiterentwicklung zu sein.

Die Automatisierung schreitet in hohem Tempo voran. Welche neuen Möglichkeiten oder Chancen bringt sie mit sich?

Der Wettbewerbsdruck im Paket- und Briefgeschäft ist gross. Um auf diesem Markt konkurrenzfähig zu bleiben, müssen Briefzentren ihre Logistikprozesse fortlaufend modernisieren und an neue Markterfordernisse anpassen. Gute Automatisierung und zukunftssichere Digitalisierung sind hier Schlüsselfaktoren – und für diese bietet Siemens mit hochmodernen Anlagen und innovativer Software passgenaue Lösungen. Dabei verringern unsere modernen Anlagen durch ergonomische Arbeitsplätze die körperliche Belastung für Beschäftigte an den Förderbändern, erhöhen die Arbeitssicherheit in den Briefzentren und eröffnen neue, spannende Tätigkeitsfelder.

Wie sehen Sie die Zukunft der Brief- und Paketsortierung und die Herausforderungen dabei?

Als einer der Marktführer in Automatisierung und Digitalisierung mit umfassendem Know-how der Logistikbranche arbeitet SPPAL kontinuierlich an zukunftsweisenden Lösungen für Brieflogistik – mit leistungsstarken Briefsortieranlagen sowie innovativen und flexiblen Softwarelösungen. Egal, was der Markt in den kommenden Jahren verlangt – ob mehr Expresszustellungen, die Sortierung neuer Briefformate oder mehr Transparenz in komplexer werdende Supply-Chain-Prozesse – Siemens bleibt vertrauensvoller Partner für passgenaue Lösungen.

Über SPPAL

Michael Reichle ist CEO der Siemens Postal, Parcel & Airport Logistics GmbH (SPPAL). SPPAL mit Sitz in Konstanz und einer weltweit installierten Basis in mehr als 60 Ländern ist eine führende Anbieterin für innovative Produkte und Lösungen in den Bereichen Brief- und Paketautomation sowie in der Flughafenlogistik mit Gepäck- und Frachtabfertigung.

Was ist REMA?

In einer dreiteiligen Serie blickte die Mitarbeiterzeitung auf das Projekt REMA zurück, das die Post zwischen 2001 und 2009 realisierte. Im Rahmen des Projekts wurden die drei Hauptzentren in Zürich-Mülligen, Eclépens und Härkingen in Betrieb genommen.

REMA-Jubiläum mit Feier gewürdigt

«REMA war und ist ein logistisches Vorzeigewerk, mit dem die Post einen entscheidenden Schritt nach vorne gemacht hat», sagt Bruno Zemp, Leiter Annahme und Sortierung von PostMail. Der Meilenstein, der REMA für PostMail und die Post darstellte, wurde Mitte September im Briefzentrum Härkingen im Rahmen einer ausgiebigen 10-Jahre-Jubiläumsfeier mit rund 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmern – Mitarbeitenden aus dem Bereich Annahme und Sortierung, Kadermitgliedern von PostMail, ehemaligen Projektmitarbeitenden, Lieferanten und weiteren Gästen – gebührend gefeiert. Highlights der Feier waren einerseits das Unterhaltungsprogramm – unter anderem mit der Schweizer Sängerin Sina – sowie das exquisite Nachtessen. Zudem stand eine Besichtigung des Briefzentrums auf dem Programm. Verschiedene Referenten hielten Ansprachen und würdigten REMA – darunter auch Michael Reichle, der meinte: «Eine meiner ersten Besichtigungen als CEO bei SPPAL war bei der Schweizerischen Post in Härkingen. Mich hat die hochautomatisierte Verarbeitung sehr beeindruckt.» Walter Knobel, den damaligen Projektleiter, faszinierte an REMA vor allem die starke Teamarbeit: «REMA wurde zum Erfolg dank den Menschen, die sich dafür eingesetzt haben.» Und Konzernleiter Ulrich Hurni sagte: «Mit REMA haben wir rechtzeitig auf die grossen Herausforderungen im Briefgeschäft reagiert und so die Basis für unseren nationalen und internationalen Erfolg geschaffen.».