«Ich bin fasziniert von den neuen Medien – aber das direkte Gespräch ist nicht zu ersetzen»

Kommunikationschef Marco Imboden verlässt nach acht Jahren die Post und wechselt zur CSS Versicherung. Im kurzen Gespräch blickt er auf die Zeit bei der Post und die Veränderungen in der Konzernkommunikation zurück.

25.09.2018
Interview: Fredy Gasser
Marco Imboden

Marco Imboden wechselt nach acht Jahren an der Spitze der Konzernkommunikation Post zur CSS Versicherung.

Bei der Post hat sich in den letzten acht Jahren unglaublich viel verändert, gerade auch in der Kommunikation. Einverstanden?

Ja, so muss es auch sein. Wir haben intensiv an der Kommunikationsarbeit des Konzerns gearbeitet und uns bei vielen Themen weiterentwickelt. Ich denke etwa an den Aufbau des Teams zur Führung der digitalen Kanäle oder die Umsetzung der funktionalen Führung.

Stichwort funktionale Führung bei der Kommunikation: Wo liegt der Vorteil?

Es geht darum, integriert zu planen und einheitlich aufzutreten – gerade weil wir ein grosser Konzern sind. Damit sind wir in Zukunft auch viel kostengünstiger unterwegs. Der Schlüssel liegt darin, eine grösstmögliche zentrale Abstimmung zu erreichen und gleichzeitig die Nähe zum Geschäft zu behalten. Das wird eine ständige Herausforderung für das ganze Team bleiben.

Gibt es Beispiele für erste Erfolge?

Zum Beispiel die Werbemassnahmen des Konzerns. Produkte- und Imagewerbung wird heute mit den Bereichen integriert geplant und umgesetzt. Wir nehmen Anliegen der Bereiche entgegen, produzieren zentral und arbeiten mit einem viel kleineren Pool von externen Partnern. Auf die neue Kampagne dürfen wir sehr stolz sein. Das Team hat eine grossartige Arbeit geleistet. Das trifft auch auf diese Mitarbeiterzeitung zu, die wir Anfang Jahr komplett neu gestaltet haben.

Kommunizieren wir heute anders als vor acht Jahren?

Ja und nein. Einerseits bieten uns die neuen Medien viele neue Möglichkeiten, Stories und Informationen zu vermitteln. Ich bin davon fasziniert. Man erreicht sehr schnell sehr viele Leute oder neue Ansprechgruppen. Es ergeben sich neue Möglichkeiten zum Dialog und zur Interaktion mit der Post. Auf der anderen Seite hat sich das Wichtigste in Sachen Kommunikation in keiner Weise verändert: dass man den Menschen in die Augen schauen muss, dass man mit den Menschen zusammensitzen muss, dass man ihnen zuhören muss. Übrigens haben auch Printprodukte in einem Konzern wie der Post nicht an Bedeutung verloren, weder gegen innen noch gegen aussen. Der Mix macht den Erfolg.

Für Sie oder mich ist Kommunikation Handwerk und Alltagsarbeit – was hat der Briefzusteller und die Schalterangestellte von der Konzernkommunikation?

Vor allem, dass den Mitarbeitenden vermittelt wird, wohin die Post unterwegs ist, warum Veränderungen notwendig sind. Und dass Möglichkeiten für einen echten Dialog geschaffen werden. Auch hier geht es vor allem darum, die persönliche Kommunikation zu fördern. Indem wir zum Beispiel die Führungskräfte bei ihrer Kommunikation unterstützen, Projekte begleiten oder den Bereichen helfen, Führungs- und Mitarbeiteranlässe zu konzipieren.

Dialog, also auch Anlässe wie Postoramas, …

… an denen sich die ehemalige Konzernleiterin Susanne Ruoff und jetzt Ueli Hurni zusammen mit Konzernleitungsmitgliedern überall in der Schweiz zeigen. Das wird sehr geschätzt. Gerade in Zeiten der Veränderung ist diese Nähe der Unternehmensführung zu den Mitarbeitenden höchstes Gebot.

Was hat Sie persönlich am meisten geprägt bei der Post?

Die Post ist ein Stück Schweiz. Es gibt ein riesiges Spannungsfeld von Erwartungen an die Post, was die Führung und Entwicklung dieses Unternehmens extrem anspruchsvoll macht. Daran mit einem grossen Team mitzuarbeiten, war ein grosses Privileg.