Drohnenflug rettet Leben

Eine schnelle Laboranalyse kann Leben retten. Der Transport per Drohne spart wichtige Minuten ein. Regina Genz vom Zentrallabor Zürich erklärt die Vorteile der schnellen Lieferung. In ihrem Institut werden allein für die Hirslanden Klinik "Im Park" täglich rund 100 Blutproben analysiert.

03.07.2018
Interview: Sandra Gonseth; Fotos: AeroPicture GmbH
  • Regina Genz

    Regina Genz, leitende Laborantin Koordination und Kundendienst im Zentrallabor Zürich (ZLZ)

  • Drohne über Zürichsee

    Die rund 10 Kilogramm schwere Drohne auf ihrem Testflug über den Zürichsee

  • Drohne über Zürich

    Die Transportzeit zwischen den zwei Standorten wird mit der Drohne stark verkürzt.

  • Drohne über Zürich

    Ziel ist, dass die Drohne nach Abschluss einer erfolgreichen Evaluationsphase stündlich im Einsatz steht.

Nach Lugano und Bern transportiert die Post gemeinsam mit dem Drohnenhersteller Matternet nun auch Laborproben über Zürich. Die Drohne ist an mindestens zehn Flugtagen im Auftrag des Zentrallabors Zürich (ZLZ) im Einsatz. Sie überquert dabei den Zürichsee, was die Transportzeit zwischen den zwei Standorten, dem ZLZ und der Hirslanden Klinik "Im Park", stark verkürzt. Regina Genz verspricht sich vom kürzeren Transportweg grosse Vorteile für die Patienten. Vor allem wenn eine rasche medizinische Intervention notwendig wird.

Welchen Mehrwert hat die Drohne speziell für Ihr Labor?

Wir sind stets bemüht, die bestmögliche Lösung für unsere Patienten zu finden. Durch den zunehmenden Verkehr wird es für unsere Autokuriere immer schwieriger, die Transporte von Laborproben zeitnah zu erbringen. Mit der Drohne erfolgt der Transport fünfmal schneller – u. a. weil die Drohne über den Zürichsee fliegt. Somit können unsere rund 100 Blutproben pro Tag für die Klinik "Im Park" viel rascher bearbeitet werden.

Bei welchen medizinischen Interventionen profitieren Patienten von diesem Zeitgewinn?

Spezialanalysen, die während einer laufenden Operation erfolgen, werden bei uns im Labor an der Forchstrasse durchgeführt. So muss beispielsweise während einer Schilddrüsen-OP eine Blutanalyse vorgenommen werden. Erst wenn die Laborresultate vorliegen, weiss der Operateur, ob das gesamte Gewebe entfernt wurde und er die Operation beenden kann. Da der Patient während der Analyse in Narkose liegt, spielt hier der Zeitgewinn eine bedeutende Rolle für den Patienten. Auch bei Blutanalysen von Patienten mit Herzinfarkt ist der Zeitfaktor oft entscheidend.

Welche Erwartungen haben Sie an diesen Testlauf mit der Drohne?

In meiner Vorstellung hat die Drohne bereits einen festen Platz in unseren Abläufen eingenommen. In der zweiwöchigen Evaluationsphase sehen wir, wie die Nachbarschaft auf die Drohne reagiert. Hier sind wir offen für Gespräche und lassen die gewonnen Erkenntnisse in die Evaluation einfliessen. Ziel für unser Labor ist, dass die Drohne nach dem Abschluss einer erfolgreichen Evaluationsphase in Zukunft von 7.15 bis 18.15 Uhr stündlich im Einsatz steht und zwar bei jedem Wetter – aus Sicherheitsgründen natürlich ausgenommen bei starkem Wind.

Sehen Sie hier das Video: Link

Kunden können Innovationen mitgestalten

Das Drohnenprojekt der Post wurde unter dem early-Label lanciert. Dies steht für Innovationen, die die Post zusammen mit ihren Kunden testet und weiterentwickelt. Kunden bekommen dadurch Zugang zu den neusten Entwicklungen der Post und können mittels Feedback die Neuheiten aktiv mitgestalten.
post.ch/early