Die Post, die aus der Kälte kommt

Seinem Ruf als Sibirien der Schweiz wird La Brévine NE regelmässig gerecht – auch in diesen Tagen.

27.02.2018
Text: Corinne Tschanz
Corinne Morhan

Fröhlich in der Kälte: Briefträgerin Corinne Morhan in La Brévine.

«An meinem kältesten Tag, den ich jemals erlebt habe, herrschten minus 36°C. Wochenlang Temperaturen bei minus 20° Celsius sind hier keine Seltenheit», erzählt uns Corinne Morhan, die seit 15 Jahren Postträgerin in La Brévine ist. Deshalb sind die eisigen Wetterprognosen für sie nichts Aussergewöhnliches. Vor ein paar Tagen zeigte das Thermometer minus 27,2° Celsius.

Die Kleiderwahl spielt bei dieser Kälte eine wichtige Rolle. Eine Thermoaktive Unterwäsche unter der Postuniform ist ein Muss und die gefütterten Stiefel mit den dicken Sohlen sorgen für warme Füsse. «Wenn alles gefroren ist, was häufig vorkommt, sorgen Spikes für einen sicheren Gang zu den Briefkästen». Was das Auto anbelangt, ist Corinne auf einen 4x4 angewiesen. «Ich liebe den hohen Norden und die polare Atmosphäre», sagt Corinne Morhan.

Die Post in La Brévine sicher zu verteilen ähnelt nicht selten einem Hindernisparcours. In manchen Extremsituationen muss meterweise Schnee weggeschaufelt werden, um überhaupt zu den Häusern zu gelangen. «Unser Job kann manchmal ziemlich anstrengend sein, wenn wir nur mit der Schaufel und dem Seil vorwärtskommen», sagt Corinne Morhan mit einem Schmunzeln. «Wir setzen alles daran, unsere Kunden zufrieden zu stellen, selbstverständlich immer unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften».

Corinne Morhan ist eng verbunden mit ihrem Dorf La Brévine. Sie selber wohnt auf einem abgelegenen Bauernhof. «Wenn ich morgens oder abends Eichhörnchen, Rehe und Füchse beobachten kann, ist das einer der schönsten Momente.»