«2020 wird das Postnetz 4200 Zugangspunkte aufweisen»

Was ist 2017 in der «Netzentwicklung 2020» gelaufen, wo steht sie heute und wie geht es weiter? Wir haben bei Thomas Baur, Leiter PostNetz, nachgefragt.

25.01.2018
Interview: Gabriel Ehrbar
Thomas Baur

«Das dichteste Postnetz Europas wird noch dichter», sagt Thomas Baur.

Im Oktober 2016 startete die Post mit der «Netzstrategie 2020». Das Ziel: Die Weiterentwicklung des Postnetzes. Wie sieht der heutige Stand der Netzentwicklung aus?

Es ist viel gelaufen. Wir haben viele Gespräche geführt und einiges erreicht: Ende 2017 hatten wir 3867 Zugangspunkte. Derzeit betreiben wir 1190 eigenbetriebene Filialen und 970 Filialen mit Partner. 2020 werden es rund 800–900 eigenbetriebene Filialen sein und etwa 1200–1300 Filialen mit Partner. Ergänzt werden diese Zugangsmöglichkeiten mit weiteren Angeboten wie My Post 24-Automaten, Geschäftskundenstellen, Aufgabe- und Abholstellen sowie Hausservices. Bis 2020 wird das Postnetz der Schweiz über 4200 Zugangspunkte aufweisen. Damit wird das dichteste Postnetz Europas noch dichter. Nicht zu vergessen unser digitales Angebot im Internet und für Mobilgeräte, das rund um die Uhr verfügbar ist.

Die Zahl der eigenbetriebenen Filialen nimmt ab. Sind sie ein Auslaufmodell? Werden die Filialen in zwei Jahren nur noch Filialen mit Partner sein?

Ganz und gar nicht. Beim Ausbau streben wir einen ausgewogenen Mix von Zugangspunkten an: eigenbetriebene Filialen, die bewährte Filiale mit Partner sowie weitere Servicepunkte. Gerade die eigenbetriebenen Filialen – also die klassischen Poststellen – entwickeln wir derzeit mit Millioneninvestitionen weiter. Schliesslich sind sie die wichtigsten Stützen unseres Postnetzes. Bestes Beispiel sind unsere zwei sogenannten «Filialen der Zukunft», die wir letztes Jahr in Interlaken und Landquart eröffnet haben. Dort testen wir ein neues Konzept, das den heutigen Kundenbedürfnissen angepasst ist. Konkret: Einerseits sind diese Filialen offen und modern gestaltet, andererseits setzen wir ein besonderes Augenmerk auf die persönliche Beratung. Sie sind für uns ein Ort, wo wir unseren Kundinnen und Kunden die Vielfalt unserer physischen und digitalen Dienstleistungen und Produkte näherbringen können. Mitte 2018 werden wir aufgrund der Erfahrungen aus den Tests festlegen, wie viele Filialen der Zukunft wir letztlich umsetzen werden.

Mit der Ankündigung der «Netzstrategie 2020» versprach die Post auch mehr Klarheit bei der Entwicklung des Postnetzes, Gespräche mit Kantonen und Gemeinden, Berücksichtigung von regionalen Kriterien und den Dialog mit der Bevölkerung. Hat die Post Wort gehalten?

Seit Oktober 2016 haben wir über 500 Gespräche mit Gemeinden und 52 Kantonsgespräche zur Netzentwicklung geführt. Hinzu kamen mehr als 130 Informationsveranstaltungen mit der Bevölkerung. Der Bund macht uns klare Erreichbarkeitsvorgaben. Diese erfüllen wir bei weitem. Darüber hinaus versuchen wir auch immer, auf regionale und lokale Bedürfnisse einzugehen. So berücksichtigen wir zum Beispiel Verkehrsströme und Raumplanung. Wir wollen wissen, wie sich eine Region entwickelt, um unser Netz für die Zukunft anzupassen. Unsere Absicht ist es, keine Filiale zu schliessen, ohne eine massgeschneiderte Alternative anzubieten. Solche Lösungen entstehen immer im engen Dialog mit den Gemeinden.

Zum Beispiel?

Nehmen wir den Kanton Uri. Dort sitzen wir mit mehreren Gemeinden zusammen an einem Tisch und suchen über die Gemeindegrenzen hinweg bestmögliche Lösungen für die Postversorgung, schliesslich macht die Post nicht an Gemeindegrenzen halt. Ein weiteres Beispiel: Simplon Dorf. Dort sind wir nach eingehenden Gesprächen mit der Gemeinde zum Schluss gekommen, die eigenbetriebene Filiale aufgrund der exponierten geografischen Lage der Gemeinde weiterzuführen.

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